Nachhaltigkeitsinvestition

Das Resultat ist eine breit abgestützte, fundierte Übersicht für Anleger.

Mehr Nachhaltigkeitsbewusstsein bei Anlegern

Wirtschaft Lange galt: Wer Geld investiert, will noch mehr Geld machen. Ganz so einfach lässt sich die Motivation von Investoren heute aber nicht mehr zusammenfassen. Denn auch für sie stellt sich die Sinnfrage immer mehr. Kunden verlangen Anlagemöglichkeiten, die nicht nur Gewinn abwerfen, sondern auch nachhaltig und ethisch vertretbar sind. Der Markt reagiert.

Marcel Schneider

Marcel Schneider

Die Frage, wie nachhaltig der Finanzmarkt wirklich sein kann, soll hier nicht erörtert werden. Was in diesem Artikel aber abgebildet werden soll, ist ein Trend: Mehr Nachhaltigkeitsbewusstsein bei Anlegern. Denn, dass Investoren immer mehr auf Werte wie «Nachhaltigkeit» und «Ehtik» achten, zeigt beispielsweise die «European SRI Study 2014» des europäischen Verbandes für nachhaltige Investment, Eurosif. Aus der Studie des Non-Profit-Unternehmens geht hervor, dass sämtliche bestehenden Nachhaltigkeitsstrategien im Investmentbereich weiterhin wachsen und an Relevanz gewinnen – und dies schneller, als es beim restlichen europäischen Markt für Asset Management der Fall ist.

Die Studie zeigt weitere interessante Fakten auf: So stieg während der vergangenen zehn Jahre das Volumen von nachhaltigen Publikumsfonds in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz um durchschnittlich 35 Prozent jährlich. Doch wann ist eine Anlagemöglichkeit eigentlich nachhaltig? Gemäss Eurosif ist dies dann der Fall, wenn ökologische und soziale Faktoren beim Investitionsentscheid miteinbezogen werden. Das kann auch unterschiedliche Art und Weise geschehen.

Eine Anlage ist dann nachhaltig, wenn ökologische und soziale Faktoren beim Investitionsentscheid miteinbezogen werden.

Welche Möglichkeiten bestehen?

Wie kommen Investoren nun konkret zu einer nachhaltigen Anlage – und für wen passt welches Angebot? Denn natürlich hat sich mit dem steigenden Interesse auch das Angebot vergrössert. Generell werden nachhaltige Geldanlagen anhand mehrerer Kriterien und Analyse-Tools bewertet. Eine Möglichkeit zur Bewertung ist das sogenannte «Positivscreening». Dabei definieren Investoren zusammen mit ihrem Anlageberater verschiedene Positivkriterien, welche Unternehmen und Emittenten erfüllen müssen. Werden diese Kriterien eingehalten, werden «Positivpunkte» vergeben. Diese Punkte dienen dann als Skala, um den «Ethikgehalt» eines Investments auszurechnen. Grundsätzlich kann bei dieser Methode jedes Unternehmen im Nachhaltigkeitsfonds vertreten sein – selbst wenn in fragwürdigen Geschäftsfeldern gewirtschaftet wird.

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Einen Schritt weiter als das Positivscreening geht der Ansatz «Best-In-Class». Der Unterschied: Nicht alle Firmen und Emittenten werden untereinander verglichen, sondern nur diejenigen innerhalb derselben Branche. Dies hat zur Folge, dass sich nur die «besten» Firmen einer Branche im Portfolio wiederfinden; die besten der Klasse, eben.

Was geht gar nicht?

Einen komplett anderen Ansatz verfolgt das «Negativscreening» oder «Ausschlussverfahren» (engl. «Exclusion»). Hier werden negative Kriterien definiert. Treffen diese zu, finden keine Investitionen in Unternehmen und Emittenten statt. Gängige Negativkriterien sind zum Beispiel Verletzungen der Menschenrechte oder Korruption.

Beim «Hybriden Ansatz» wiederum handelt es sich, wie der Name schon sagt, um eine Mischung aus negativem und positivem Screening. Das bedeutet konkret, dass sowohl negative als auch positive Kriterien angewandt werden, um eine Investitionsmöglichkeit zu bewerten. Der Vorteil des hybriden Ansatzes liegt darin, dass zuerst durch die Anwendung negativer Kriterien fragwürde Unternehmen direkt ausgesondert werden können.

Aktivitäten, die sich nicht mit Ethik und Nachhaltigkeit vereinbaren lassen – wie etwa eine übermässige Umweltbelastung – führen dazu, dass entsprechende Firmen nicht berücksichtigt werden. Anschliessend werden Positivkriterien angewandt, um die restlichen Unternehmen und Emittenten auf ihren Ethik- und Nachhaltigkeitsgehalt zu überprüfen. Das Resultat ist eine breit abgestützte, fundierte Übersicht für Anleger.