Sustainable resources

Zahlreiche Geschäftschancen durch Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft.

Nachhaltigkeitsaktivitäten von Finanzdienstleistern

Wirtschaft Dass heute viele Unternehmen umfassende Strategien für mehr Nachhaltigkeit ihrer Prozesse und Produkten implementiert haben, ist unterdessen weit herum bekannt und wird von Konsumenten und der breiten Öffentlichkeit fast schon erwartet.

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Eine Mehrzahl der grossen, börsenkotierten Unternehmen stellen heute regelmässig Nachhaltigkeitsberichte bereit und die darin erwähnten Beispiele illustrieren eindrücklich, wie sich mit geeigneten Massnahmen oft nicht nur eine deutliche Reduktion der Umweltbelastung erreichen lässt, sondern sich gleichzeitig auch finanzielle Einsparungen realisieren lassen. Erwähnt man in einem Gespräch die Nachhaltigkeitsaktivitäten von Finanzdienstleistern, stösst man hingegen noch oft auf Erstaunen: Dass Nachhaltigkeitsaspekte auch bei Finanzprodukten eine wichtige Rolle spielen und viele Banken seit fast 20 Jahren gezielt den Umweltfussabdruck ihres Betriebs verringern, ist in breiten Kreisen noch wenig bekannt.

In letzter Zeit haben sich die Diskussionen rund um die Integration von Nachhaltigkeit in das Finanzgeschäft global intensiviert. Der Fokus liegt dabei weniger auf spezifischen, nachhaltigen Produkten als vielmehr auf einer breiten Integration solcher Aspekte in alle Dienstleistungen. Im Vorfeld der nächsten Klimakonferenz COP 21 in Paris Anfang Dezember steht dabei auch bei Finanzdienstleistern das Klimathema im Vordergrund. Zahlreiche grosse institutionelle Anleger haben in den letzten Monaten bekannt gegeben, dass sie nicht länger in sehr CO2-intensive Unternehmen wie zum Beispiel Kohleförderer investieren wollen.

Die Befürchtung, dass ausgewiesene Kohlereserven in den Bilanzen dieser Unternehmen wertlos werden, sofern sich die Staatengemeinschaft auf griffige Klimaziele eignet, ist der Auslöser dieses Trends. Schon gibt es auch Gesetzgeber, die in diesem Thema aktiv werden: Vor einigen Wochen kündigte der französische Finanzminister an, dass institutionelle Anleger verpflichtet werden, über die Klimaintensität ihrer Anlagen Transparenz zu schaffen und diese gezielt zu vermindern.

Finanznachhaltigkeit

Die Schweiz ist prädestiniert dafür, im Bereich nachhaltige Finanzen eine wichtige Rolle zu spielen. Sie ist ein Finanzzentrum von globalem Rang und geniesst gleichzeitig einen Ruf als sehr nachhaltiges Land mit hohen Umwelt- und Sozialstandards, stabilen Rahmenbedingungen und einer grossen Innovationskraft. Es liegt nahe, dass man diese beiden Stärken verbindet und auch nachhaltige Finanzen zu einer Kerndienstleistung ausbaut. Die Schweiz wird generell mit hochwertigen, qualitativen Dienstleistungen und Produkten assoziiert. Was liegt da näher, als auch die Anlagedienstleistungen auf Qualität auszurichten und Nachhaltigkeitsaspekte ins Asset Management zu integrieren? Schon heute sind nachhaltige Anlagedienstleistungen übrigens ein Exportprodukt, seien es bei Mikrofinanzinvestments, nachhaltige Fonds oder auch Analysen in diesem Bereich.

Es liegt nahe, dass man diese beiden Stärken verbindet und auch nachhaltige Finanzen zu einer Kerndienstleistung ausbaut.

Swiss Sustainable Finance wurde letztes Jahr mit dem Ziel gegründet, dem Thema im Schweizer Finanzplatz durch Information und Ausbildung mehr Beachtung zu verschaffen und das Wachstum in diesem Bereich durch verschiedene Massnahmen zu fördern. Schon 83 Mitglieder und Netzwerkpartner, darunter die grössten Banken, viele Versicherungen, innovative Spezialisten, verschiedene Hochschulen und auch das Staatssekretariat für Wirtschaft, haben sich der Organisation angeschlossen. Was sie verbindet: die Überzeugung dass die Finanzwirtschaft eine zentrale Rolle spielt, wenn es darum geht, die Wirtschaft nachhaltiger zu gestalten. Dass dies auch mit zahlreichen Geschäftschancen einhergeht, ist dabei ein nicht unwesentlicher Nebeneffekt.